mischgemuese erbsen und möhren und eine idee zu viel.

27Nov/100

Affenandi im Getränkemarkt of Perception

Meter liest aus seinem Verplaner-Aufsatz „Meter Mütze im Supermarkt of Perception“ vor und alle sind sie da. Affenandi, Esteban und *applaus* Klaus Bielefeld höchstselbst. Estebans Literaturclub.

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25Nov/100

Gipsnackenbrecherbeat im Twilight der Dinglichkeit

Amorphe Masse, ungefähr so viel wie ein Tetrapack passierter Tomaten. Meter sprach durch seinen Telefonhörer mit dem Unsichtbaren, als sich dieser Brei durch die Hörkapsel in die Welt des Formzwangs zwängte. Aus dem Twilight der Dinglichkeit. Weder deep noch tight, das „de“ zwischen Tourette und Mar, die Datumsgrenze zwischen Day and Night, eine Welt ohne Schatten, aus Milchglas und Horn.

Die amorphe Griesbreimasse wird von Meters Aurapartikeln bezirzt, umhaftet. Kein Staubfänger, ein Draufgänger. Die Partikel salben den Brei zum Golem, formen in mit Dignity. Der Brei erhebt sich, looks round, takes notice, has things to say.

„Osmose.“

Meter guckt.

„Osmose.“

Meter antwortet Sprechgesang. Gipsnackenbrecherbeat.

„Ey Osmose was is los
dein Intellekt ist Weißbrottoast
permeable Membran, kein Pullover
do it over, do it over

Nülon-Jumpsuit, Trockenmasse
komm mit mir ins Warme, Nasse
Golem ey mein dritter Körper
von mir lernst du die guten Wörter

Plastikjäckchen Acid-Bratschlauch
Du bist viel mehr als ein Bauch‑
gefühl aus dem Hörer, immer höher
dein erstes ist mein letztes Wort: Osmose“

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11Nov/100

Venture Capital für Linoleum, Meter sucht

Während Esteban durch von Diskolicht erhellte Nächte aalt, panthert Meter durch irgendein Bankenviertel auf der Suche nach Venture Capital.
Überall Glas und Beton und Menschen, die sehr schnell gehen. Sein Fell brachte Meter am Morgen mit 500 Gramm Butter auf Stromlinie. Jetzt klackern seine Schuhe über den Gehweg, der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, ein Tanz von Kraft um eine Mitte. Seine Hose, sein Tweed ist faltenfrei, wie er selbst es auch einst war, bevor ihm die eigene Geburt Falten bis ins Ohläppchen trieb. Falten, in denen der Großteil der 500 Gramm Markenbutter verschwunden war.

Mit seiner eigenen Geburt hatte er nicht gerechnet.
Wie auch – keine Frau aus Fleisch und Blut hatte ihn entbunden, Meter war einer Zeitung entschlüpft. Einer Wochenendausgabe, die irgendwer irgendwo liegen gelassen hatte. Die Zeitung ward zur Calzone, hatte sich wie der Deckel eines faulen Joghurts aufgebläht bis das Papier gerissen, aufgeplatzt war. Bis heute weiß Meter nicht, in welches Zeitungsressort der Weltengeist ihn induziert hatte. Elektromagnetische Induktion, Magnetfeld erzeugt Strom. Meters Magnetfelder sind die Ressorts der Mutterzeitung, denen er sich changierend hingibt. Mal ist er Sport, mal ist er Feuilleton, mal ist er Wissenschaft. Selten Politik, immer Seite 3. Heute ist er Wirtschaft.

Meter betritt ein beliebiges Glasbetongebäude, gibt dem Portier seine Global Power Broker-Visitenkarte, zieht Businessrotz gut hörbar die Nase hoch und spricht Worte, die ihn in einen noch anonymeren Besprechungsraum portieren. Next Level.
Dort sitzt, empfängt er schließlich einen glatten Mann. Meter ist vorbereitet, er spricht Business, er spricht Neoliberalism, er spricht mit einer Engelszunge über erregende Abschreibemodelle. Es kommt zum Deal. Meter leihert dem glatten Mann 200.000 € in Vorzugsaktien aus dem Kreuz. Er überzeugt, Level up.

Das Linoleum, ein Museum für Bodenbeläge. Zwei Themenräume, tapezier-und strapazierfähig. Doch es ist die Lounge, die den Auschlag gibt. Die Lounge und ein Perser. Halb Mensch, halb Teppich serviert er den Gästen Exoticism.

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8Nov/100

Der 9. November. Tag der Geschichte. Schicksalstag der Nation.

Der 9.November ist der Schicksalstag der deutschen Nation. Warum eigentlich? Das Geschichtsorakel Esteban, Ahnenforscher und Historikpapst in einer Person klärt auf und zeigt warum Guido Knopp nie aus dem Lager der Gebrüder Grimm ausbrechen wird.
Esteban erläutert anschaulich, sachlich und wissenschaftlich die Ursprünge des 9.Novembers und räumt mit Vorurteilen auf, wie immer.

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6Nov/100

Einkaufen, durch Beats glitschen mit Esteban

„Joa, ich geh ma eben los, noch was kaufen. Ein paar Würstchen und so.“

Esteban rollt sich aus dem Bett, zieht sich seine Lieblingshose an und Socken, die er regelmäßig mit der Hand im Toilettenspülkasten wäscht.
„Die heutigen Waschmaschinen liefern einfach keine Qualität mehr. Tausend Knöpfe keine Liebe. Damals in Gernika hatten wir nicht viel, aber wir hatten einen Zuber voller Liebe und Tenside. Den hatte mir die Legion Condor überlassen, im Tausch gegen meine Mutter. Denn es sind die blütenweißen Socken, an denen man das Adelsgeschlecht von Spanien erkennt, nicht die faltige, vergrämte alte Frau, die ihren Rosinenkörper über das Kopfsteinpflaster schmiergelt.“

Esteban schlüpft in seine Pantoletten, imprägniert seine Hände mit Büffelfett-Handcreme und schließt weich wie ein Kuss hinter sich das Portal seines Anwesens mit Turmzimmer und lauter leeren Räumen. Themenräume.
Im Supermarkt schlappt Esteban zielstrebig zu den Würstchen, erste Adresse. Dann geht es weiter durch die Gänge zu den Kartoffeln, zweite Adresse. Ein Sack Preußenkartoffeln, 2,49 €. Weiter. Dritte Adresse Sonnenblumenöl. Zehn Liter. Er geht zur Kasse und bezahlt mit einem exakt auf den Kaufpreis ausgestellten Scheck.

Zurück im Kochareal seines Anwesens schneidet er die Kartoffeln in Pommesform und brät sie hochkant scharf in der Pfanne an. Mit einer Schere schnibbelt er Würstchenstücke dazu. Er isst und lacht zufrieden in jeden leeren Raum hinein.
Abends bestreicht er sich mit dem erworbenen Sonnenblumenöl, ein Moment erhöhter Sexualität, auch für den Leser. Dann zieht er los, Disko machen. Er glitscht durch die Beats durch die Tänzer durch die Nacht. Seelig schläft er ein.

Irgendwann wacht er auf.

„Joa, ich geh ma eben los, noch was kaufen. Ein paar Würstchen und so.“

Repeat ∞ times.

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